Freund, noch sind ich und du dem Glücke

Ein leichter Schleiderball.

Und doch belebt auf seine Tücke

Kein beißend Lied den Widerhall?

 

Der Tor gedeiht, der Spötter steiget,

Dem Bösen fehlt kein Heil.

Verdienst steht nach, und fühlt gebeuget

Ein lohnend Amt dem Golde feil.

 

Auf, Freund! die Geißel zu erfassen,

Die dort vermodern will.

Seit Juvenal sie fallen lassen,

Liegt sie, Triumph ihr Laster! still.

 

Geduld! Schon rauscht sie durch die Lüfte,

Blutgierig rauscht sie her!

Verbergt, verbergt die bloße Hüfte!

Ein jeder Schmiß ein gift′ger Schwär!

 

Erst räche dich, dich Freund der Musen.

Du rächest sie in dir!

Doch dann auch mich, in dessen Busen

Ein Geist sich regt, zu gut für hier.

 

Vielleicht, daß einst in andern Welten

Wir minder elend sind.

Die Tugend wird doch irgends gelten.

Das Gute kömmt nicht gern geschwind.

 


Das Gedicht "An den Herrn N**" stammt von   (1729 - 1781).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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