»Ich bin rot und hab′s erwogen

Und behaupt′ es unverweilt!

Könnt′ ich, würd′ ich jeden köpfen,

Der nicht meine Meinung teilt!«

 

In des Baders enger Stube

Vetter Hansen also sprach,

Eben als ′nem feisten Bäcker

Jener in die Ader stach.

 

Und des Blutes muntrer Bogen

Aus dem dicken drallen Arm

Fiel dem Vetter auf die Nase,

Sie begrüssend freundlich warm.

 

Bleich, entsetzt fuhr er zusammen,

Wusch darauf sich siebenmal;

Doch noch lang rümpft er die Nase,

Fühlt noch lang den warmen Strahl.

 

Mittags widert ihm die Suppe,

Rötlich dampft sie, wie noch nie;

Immer geht es so der alten

Grauen Eselstheorie!

 

Manches Brünnlein mag noch springen

In das Gras mit rotem Schein;

Doch der Freiheit echter, rechter

Letzter Sieg wird trocken sein.


Das Gedicht "Rote Lehre" stammt von   (1819 - 1890).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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