Du mit dem Frühlingsangesichte,

Du schönes, blondes Himmelskind,

An deiner Anmut Rosenlichte

Sieht sich mein Auge noch halb blind!

 

Nach etwas durst ich lang im stillen,

Nach einem Labekuß von dir,

Den gib mir nur mit gutem Willen,

Sonst nehm ich rasch ihn selber mir!

 

Und sollte dich der Raub verdrießen,

So geb ich gern den Augenblick,

Die Schuld des Frevels abzubüßen,

Ihn hundertfältig dir zurück.


Das Gedicht "Lied" stammt von   (1747 - 1794).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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