Nun sich der Tag geendet,

Mein Herz zu dir sich wendet

Und danket inniglich.

Dein holdes Angesichte

Zum Segen auf mich richte,

Erleuchte und entzünde mich.

 

Ich schließe mich aufs neue

In deine Vatertreue

Und Schutz und Herze ein.

Die fleischlichen Geschäfte

Und alle finstern Kräfte

Vertreibe durch dein Nahesein.

 

Daß du mich stets umgibest,

Daß du mich herzlich liebest

Und rufst zu dir hinein,

Daß du vergnügst alleine,

so wesentlich, so reine,

Laß früh und spät mir wichtig sein!

 

Ein Tag, der sagt dem andern,

Mein Leben sei ein Wandern,

Zur großen Ewigkeit.

O Ewigkeit, so schöne,

Mein Herz an dich gewöhne,

Mein Heim ist nicht in dieser Zeit.


Das Gedicht "Abendopfer" stammt von   (1697 - 1769).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

 

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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