Das Leben so ich führ ist wie der wahre Tod,

Ja über den Tod selbs ist mein trostloses Leben:

Es endet ja der Tod des menschen pein und Leben,

Mein Leben aber kan nicht enden diser Tod.

Bald kan ein anblick mich verlötzen auf den Tod,

Ein andrer anblick bald kan mich widrumb beleben,

Daß ich von blicken muß dan sterben und dan leben,

Und bin in einer stund bald lebendig bald tod.

Ach Lieb! verleyh mir doch numehr ein anders Leben,

Wan ich ja leben soll, oder den andern tod,

Dan weder disen Tod lieb ich, noch dises Leben.

Lieb, ich bin dein lebendig und tod,

Und ist der Tod mit dir ein köstlich-süsses Leben,

Und leben von dir fern ist ein gantz bittrer Tod.


Das Gedicht "Die Lieb ist Leben und Tod" stammt von   (1584 - 1653).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

 

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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