8. Februar 1873.

 

Die nüchterne Spree hat sich berauscht

Und ihren Verstand verloren;

Andächtig hat Dir Berlin gelauscht

Mit großen, und kleinen Ohren.

 

Viel Gnade gefunden hat Dein Spiel

Beim gnädigen Landesvater,

Nur läßt ihm der Bau des Reichs nicht viel

Mehr übrig für Dein Theater.

 

Wärst Du der lumpigste General,

So würd' man belohnen Dich zeusisch;

Genügen laß Dir für dieses Mal

Dreihundert Thälerchen preußisch.

 

Ertrage heroisch dies Mißgeschick

Und mache Dir klar, mein Bester,

Die einzig wahre Zukunftsmusik

Ist schließlich doch Krupps Orchester.


Das Gedicht "An Richard Wagner" stammt von   (1817 - 1875).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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