Lebwohl! was könnt ich auch dir bieten?

Lebwohl! Lebwohl! mein ander Herz!

In deiner Hütte schläft der Frieden,

Und in die Fremde irrt der Schmerz!

 

Du bist ein Weib! und eine Stütze

Suchst an dem Manne du für dich!

Du suchst ein Haupt, verschont vom Blitze,

Such einen andern denn als mich!

 

Du könntest einen Zauber sprechen,

Und alle Himmel wären mein!

Doch müßte ich den Zauber brechen,

Weil deine Ruh der Preis würd sein!

 

Lebwohl! ich werd dir nicht mehr folgen!

Lebwohl! Lebwohl! ich ziehe gern!

Lebwohl! Lebwohl! rett vor den Wolken

In deinen Himmel dich, mein Stern!

 

Dein Leben - daß es Gott beschütze -

Ein Maitag sei′s im Morgenlicht,

Eh ihm der Sonne Glut und Hitze

Die Rosen von dem Haupte bricht!

 

Der Tod sei dir die Hippokrene,

Die jeden Durst der Seele stillt;

Willkommen wie die erste Träne,

Die erster Lieb im Auge quillt!

 

Der Herr behüte dich in Gnaden!

Ein Wetter lagert sich um mich.

Es könnte endlich sich entladen

Und träfe dann auch dich, auch dich!

 

Ich will dir nicht den Frieden trüben!

Nimmt auch der Wahnsinn ganz mich ein;

Lebwohl! ich will dich ewig lieben

Und doch von dir geliebt nicht sein!


Das Gedicht "Abschied" stammt von   (1817 - 1875).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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