Nach oben

Ist Lieb ein Feur


Ist Lieb ein Feur, und kan das Eisen schmiegen,

bin ich voll Feur, und voller Liebes Pein,

Wohrvohn mag doch der Liebsten Hertze seyn?

wans eisern wär, so würd eß mir erliegen,

 

wans gülden wär, so würd ichs können biegen,

durch meine Gluht; solls aber fleischern seyn,

so schliess ich fort: Eß ist ein fleischern Stein:

doch kan mich nicht ein Stein, wie sie, betriegen.

 

Ists dan wie Frost, wie kalter Schnee und Eiß,

wie presst sie dann auß mir den Liebesschweiß?

Mich deucht: Ihr Herz ist wie die Loorberblätter,

 

die nicht berührt ein starcker Donnerkeil,

sie, sie verlacht, Cupido, deine Pfeil;

und ist befreyt für deinem Donnerwetter.



(* 14.02.1621, † 31.07.1638)




Bewertung:
5/5 bei 1 Stimmen

Kommentare

Mit dem Eintragen Ihres Kommentars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer angegebenen Daten gemäß unserer Datenschutzerklärung einverstanden.
  • Gravatar von Sabrina
    Sabrina | sbrn.khlr@web.de
    vor rund 1,5 Jahren

    Ich liebe eure seite