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An seine Freunde


Hört ihr einst, ich sei gestorben,

O! dann spielet auf Theorben

Keine Trauermelodie.

Ich, der euch im Leben nie

Eure Freude hat verdorben:

Ich verdürb′ im Sterben sie?

Nein! Ihr sollt um mich nicht klagen!

Freuen mögt ihr euch, und sagen:

»Wohl! Geborgen ist auch der!

Und wer gab die Hand wie er

Dem Befreier ohne Zagen?

Darum klatschet hinterher!«

Dann so holt aus meinem Keller

Die paar Flaschen Muskateller,

Aufgespart für euch, heraus,

Trinkt, als wär′ ich noch zu Haus,

Sie auf meinem Lieblingssöller

Mit einander fröhlich aus.

Und erinnert euch der Zeiten,

Wo beim Klange süßer Saiten

Meine Laun′, im Vogelflug′,

Mich von Scherz zu Scherze trug.

Stunden, die mich nicht gereuten,

Als der Tod nun sprach: Genug!

Lasst von mir die Leute sprechen,

Was sie wollen; von Verbrechen

War mein ganzes Leben rein,

Und so darf man Mensch nur sein,

Um auch mir so manche Schwächen

Nach dem Tode zu verzeihn.

Meine Lieder tadeln hören,

Soll nicht eure Ruhe stören.

Nie verschwand noch ein Gesang,

Den ein reiner Geist durchdrang.

Nichts, wenn meine den entbehren,

Rettet sie vom Untergang′.



(* 13.07.1748, † 18.02.1828)




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