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Unschuld


Schönste Tugend einer Seele,

Reinster Quell der Zärtlichkeit!

Mehr als Byron, als Pamele,

Ideal und Seltenheit!

Wenn ein andres Feuer brennet,

Flieht dein zärtlich schwaches Licht.

Dich fühlt nur, wer dich nicht kennet;

Wer dich kennt, der fühlt dich nicht.

 

Göttin, in dem Paradiese

Lebtest du mit uns vereint;

Noch erscheinst du mancher Wiese

Morgens, eh′ die Sonne scheint.

Nur der sanfte Dichter siehet

Dich im Nebelkleide zieh′n:

Phöbus kommt, der Nebel fliehet,

Und im Nebel bist du hin.



(* 28.08.1749, † 22.03.1832)




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