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Wir Verdrießlichen


Hielten immer wir im Sinne,

Was uns Gutes war beschieden,

Mit dem reichlichen Gewinne

Wären dauernd wir zufrieden!

 

Doch das Gute wird vergessen,

Und das Schlimme wird behalten:

Und was jung sie einst besessen,

Ärgert obendrein die Alten.

 

Was wohl könnte noch uns munden,

Gäb′ es keine Bitterkeiten?

Still im Bunde sind die Stunden,

Die uns Lust und Gram bereiten;

 

Eine Heilkraft ist der Kummer,

Daß wir dann so froher lachen:

Und der Tod vielleicht ein Schlummer

Vor dem frischesten Erwachen.



(* 04.12.1866, † 29.03.1928)




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