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Opfer


O wie blüht mein Leib aus jeder Ader

duftender, seitdem ich dich erkenn;

sieh, ich gehe schlanker und gerader,

und du wartest nur -: wer bist du denn?

 

Sieh: ich fühle, wie ich mich entferne,

wie ich Altes, Blatt um Blatt, verlier.

Nur dein Lächeln steht wie lauter Sterne

über dir und bald auch über mir.

 

Alles was durch meine Kinderjahre

namenlos noch und wie Wasser glänzt,

will ich nach dir nennen am Altare,

der entzündet ist von deinem Haare

und mit deinen Brüsten leicht bekränzt.



(* 08.09.1804, † 04.06.1875)




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Kommentare

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  • Gravatar von Felikran Horst
    Felikran Horst | p.bishop@gmail.com
    vor 5 Monaten

    Das Gedicht ist von RILKE, um Himmels Willen, nicht von Mörike.