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Ein Stündlein wohl vor Tag


Derweil ich schlafend lag,

ein Stündlein wohl vor Tag,

sang vor dem Fenster auf dem Baum

ein Schwälblein mir, ich hört′ es kaum -

ein Stündlein wohl vor Tag:

 

"Hör′ an was ich dir sag′!

Dein Schätzlein ich verklag′:

Derweil ich dieses singen tu′,

herzt er ein Lieb in guter Ruh′,

ein Stündlein wohl vor Tag."

 

O weh! nicht weiter sag′!

O still! nichts hören mag.

Flieg′ ab, flieg′ ab von meinem Baum! -

Ach, Lieb′ und Treu′ ist wie ein Traum

ein Stündlein wohl vor Tag.



(* 08.09.1804, † 04.06.1875)




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