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Am Rheinfall


Halte dein Herz, o Wanderer, fest in gewaltigen Haenden!

Mir entstuerzte vor Lust zitternd das meinige fast.

Rastlos donnernde Massen auf donnernde Massen geworfen,

Ohr und Auge wohin retten sie sich im Tumult?

Wahrlich, den eigenen Wutschrei hoerete nicht der Gigant hier,

Laeg er, vom Himmel gestuerzt, unten am Felsen gekruemmt!

Rosse der Goetter, im Schwung, eins ueber dem Ruecken des andern,

Stuermen herunter und streun silberne Maehnen umher;

Herrliche Leiber, unzaehlbare, folgen sich, nimmer dieselben,

Ewig dieselbigen - wer wartet das Ende wohl aus?

Angst umzieht dir den Busen mit eins, und, _wie_ du es denkest,

Ueber das Haupt stuerzt dir krachend das Himmelsgewoelb!



(* 08.09.1804, † 04.06.1875)




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