Mancherlei sind es der Gaben, die gütige Götter den Menschen


Zum Genusse verliehn, sowie für die tägliche Notdurft.


Aber vor jeglichem Ding begehr ich gebratenen Schweinsfuß.


Meine Frau Wirtin, die merkt’s, nun hab ich alle Tag Schweinsfüß.


Öfters im Geist ahnt mir: jetzt ist kein einziger Schweinsfuß


Mehr in der Stadt zu erspähn: was hab ich am Abende? Schweinsfüß!


Spräche der König nun gleich zum Hofkoch: Schaffe mir Schweinsfüß!


Gnade der Himmel dem Mann, denn nirgend mehr wandelt ein Schweinsfuß.


Und ich sagte zur Wirtin zuletzt: »Nun laßt mir die Schweinsfüß!


Denn er schmeckt mir nicht mehr wie sonst, der bräunliche Schweinsfuß.«


Aber sie denkt, aus Zartgefühl nur verbät ich die Schweinsfüß,


Lächelnd bringet sie mir auch heute gebratenen Schweinsfuß -


Ei so hole der Teufel auf ewig die höllischen Schweinsfüß!


Das Gedicht "Alles mit Maß" stammt von   (1804 - 1875).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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