In meiner Firne feierlichem Kreis

Lagr ich an schmalem Felsengrate hier,

Aus einem grünerstarrten Meer von Eis

Erhebt die Silberzacke sich vor mir.

 

Der Schnee, der am Geklüfte hing zerstreut,

In hundert Rinnen rieselt er davon

Und aus der schwarzen Feuchte schimmert heut

Der Soldanelle zarte Glocke schon.

 

Bald nahe tost, bald fern der Wasserfall,

Er stäubt und stürzt, nun rechts, nun links verweht,

Ein tiefes Schweigen und ein steter Schall,

Ein Wind, ein Strom, ein Atem, ein Gebet!

 

Nur neben mir des Murmeltieres Pfiff,

Nur über mir des Geiers heisrer Schrei,

Ich bin allein auf meinem Felsenriff

Und ich empfinde, dass Gott bei mir sei.


Das Gedicht "Himmelsnähe" stammt von   (1825 - 1898).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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