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Gespenster


Am Horizonte glomm des Abends Feuer

Ich stieg, indes die Purpurglut verblich,

Zum Römerturm empor und lehnte mich

Randüber auf das dunkelnde Gemäuer -

 

Und sah, wie sich am Hange, scheu und scheuer,

Die Beerenleserin vorüberschlich.

Das arme Weibchen drückt und duckte sich

Und schlug ein Kreuz: ihr war es nicht geheuer.

 

Mich flog ein Lächeln an. Im Eppich neben

Der Brüstung flüsterts: "Freund, in deinem Leben

Ist auch ein Ort, wo die Gespenster schweben!

 

Führt dich Erinnrung dem zerstörten Ort

Vorbei, du huschest noch geschwinder fort

Als das von Graun gepackte Weibchen dort."



(* 11.10.1825, † 28.11.1898)




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