als Eduard verreiset war

 

Verschwiegner Mond, wärst du ein Spiegel:

O wie viel lieber wandelt' ich

Auf diesem bunten Blumenhügel!

O wie viel lieber säh' ich dich!

 

Trotz diesen zwischen uns gelegnen

Gebürgen würde dann mein Blick

Dem seinigen so oft begegnen,

Und niemand störte dieses Glück.

 

Doch strahl' auch so uns Trost hernieder,

Erheitre unsern Lebenslauf,

Und höre meine frommen Lieder,

Und trinke meine Thränen auf!

 

Sehnt Eduard, das Auge trübe,

Die Brust voll Seufzer, sich nach mir:

So birg ihm nicht, dass ich ihn liebe,

Und bring ihm diesen Kuss dafür.

 

Doch siehst du ihn bey einer Schönen,

Die mir ihn raubet: o! so zeig'

Ihm keine dieser bangen Thränen!

Bedaure mein Geschick, und – schweig!


Das Gedicht "An den Mond" stammt von   (1768 - 1839).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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