Ein feuriger Galan, der schlechten Dank erwarb,

Und nicht viel rühmlicher, als Pherecydes, starb,

Bekannte, was an ihm bereits unheilbar worden,

Dem Priester Francion vom Carmeliterorden,

Und sprach: Wie straft mich jetzt des Lasters Schändlichkeit!

Ach kennt′ ich, so wie ihr, doch keine Lüsternheit;

So hätt′ ich diesen Tod nicht Julien zu danken!

 

Wie? Julien? o schweigt! versetzt der Mönch dem Kranken.

Den Lügen bin ich gram; das ist des Ordens Pflicht.

Verleumdet Juliens gesunde Schönheit nicht.

Wär′ ein so schnödes Gift bei Julchen eingerissen,

Der Pater Guardian, und ich, wir müßten′s wissen.


Das Gedicht "Das Bekenntniß" stammt von (* 1708-04-23, † 1754-10-28).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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