Gott der Träume! Freund der Nacht!

Stifter sanfter Freuden!

Der den Schäfer glücklich macht,

Wann ihn Fürsten neiden!

Holder Morpheus! säume nicht,

Wann die Ruhe mir gebricht,

Aug′ und Herz zu weiden.

 

Wann ein Eh′mann, voll Verdacht,

Seine Gattin quälet,

Und aus Eifersucht bei Nacht

Ihre Seufzer zählet,

Mach′ im Schlaf sein Unglück wahr;

Zeig′ ihm träumend die Gefahr,

Die ihm wachend fehlet!

 

Nimm auch jetzt was dir gehört;

Nur erlaub′ ein Flehen:

Warte bis mein Glas geleert!

Wohl! es ist geschehen!

Komm nunmehr! O komme bald!

Eil′ und laß mich die Gestalt

Meiner Phyllis sehen!


Das Gedicht "An den Schlaf" stammt von (* 1708-04-23, † 1754-10-28).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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