Durch Zäune trennt man Herden auf der Weide,
Nach Grenzen, die durch Herrschermacht sich ändern,
Nach Ursprung, Sitten, Sprachen und Gewändern
Zieht man der Menschheit bunte Völkerscheide.
Doch Gott will nicht, daß Volk und Volk sich meide:
Das Meer bis zu des Erdballs fernsten Rändern
Wogt als Vermittler zwischen allen Ländern,
Es trennt zwei Welten und vereinigt beide.
Allein der Vorurtheile tiefe Kluft
Trennt Volk von Volk. Wie Gras auf beiden Seiten
Wuchert die Thorheit, die das Fremde meidet.
Doch hohe Bäume ragen durch die Luft,
Die Zweig′ und Krone sich entgegenbreiten
Der Kluft nicht achtend, die die Wurzeln scheidet.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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