am 4. Mai 1876 gesprochen bei Bekränzung der Büste des Dichters.

 

Wir wissen' s wohl: du würdest dich erwehren;

Du liebtest nicht die öffentlichen Ehren,

Nicht vorzuglänzen war dein keuscher Wille

Und deine süße Freundin war die Stille.

Wir aber hier in dunkeln Körperschranken, –

Verzeih', o sel'ger Geist, – um dir zu danken,

So stille, wie du möchtest, nein!

So stille können wir nicht sein.

 

Doch fürchte Nichts! Wir sind nicht allzulaut,

Wir bitten nur ganz sachte, ganz vertraut:

Auf deiner Stirne sanfte Geisterhügel,

Umweht von fremder Lüfte weichem Flügel,

Nimm, von Apollo's dunklem Blatt belaubt,

Den schlichten Kranz – du trägst ihn leicht,

Den Kranz, dem doch kein andrer gleicht, –

Es grünt dein Ruhm und wächst dir über's Haupt.


Das Gedicht "Zur Mörike-Feier in Stuttgart" stammt von   (1807 - 1887).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte des Autors:



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte