Laßt mich trinken, laßt mich trinken,

Laßt von diesem Feuerwein

Immer neue Fluten sinken

Mir in' s durst'ge Herz hinein!

 

Jedes Ende sei vergessen!

Wie's im Innern drängt und schafft!

Sagt, wer will mir jetzo messen

Grenz' und Schranke meiner Kraft!

 

Stellt mir schwere, weite, blanke

Becher ohne Ende her,

Füllet sie mit diesem Tranke,

Und ich trink' euch alle leer!

 

Bringt mir Mädchen, schöne, wilde,

Noch so spröd und noch so stolz,

Schickt die schreckliche Brunhilde,

Alle trifft der Liebesbolz!

 

Stellet mir die schwersten Fragen!

Wo das ew'ge Räthsel ruht?

Feuerhell und aufgeschlagen

Schwimmt es hier im rothen Blut!

 

Gebt mir Staaten zu regieren!

Kinderspiel soll mir es sein!

Gebt mir Heere anzuführen,

Und die ganze Welt ist mein!

 

Burgen möcht' ich jauchzend stürmen,

Ihre Fahnen zittern schon,

Felsen, Felsen möcht' ich thürmen

Und erobern Gottes Thron!


Das Gedicht "Trinklied" stammt von   (1807 - 1887).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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