Herr Spilling ist so klug und tief:

Die ganze Welt scheint ihm naiv.

Sein Augengläschen eingriffen,

Das wie ein Mikroskop geschliffen,

Durchschaut er jeglich Ding auf's Haar

Und Alles, Alles ist ihm klar.

Ein Lächeln weilt auf seinen Zügen,

Die Ironie ist sein Vergnügen.

 

Nun ist zwar der Ironiker

Natürlich kein Platoniker,

Doch nebenher sentimental,

Er seufzt um das Ideal

Und immer sagt sein müder Blick:

Die Welt ist schlecht, es gibt kein Glück.

 

Auf dieser Welt kein Glück? Ei wie?

Dein Glück ist ja die Ironie.

Wenn du dich allzeit lustig machst,

Mundwinkel zuckst und witzelnd lachst

 

Oh Andern, welche wie ein Kind

Ganz ohne Ursach' lustig sind,

So wohnt ja Lust, Lust über Lust

In deiner königlichen Brust;

Der Selbstgenuß ist doch nicht klein,

Der einzig weise Mann zu sein!

Drum geh'

Mit deinem Weh!

Klag' nicht um vorenthaltnen Lohn!

Er steht nicht aus, du hast ihn schon.


Das Gedicht "Sie haben ihren Lohn dahin" stammt von   (1807 - 1887).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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