Was klopfet, was schmiedet das reizende Weib?

Zum Ambos gebeuget den schlanken Leib

Einen zierlichen Hammer sie schwinget;

Dunkle und helle,

Süße und grelle

Lieder zum Takt sie singet.

 

Das Feuer, es sprühet in blutrothem Schein,

Mitunter wohl spritzet sie Wasser hinein,

Doch schnelle zum Blasebalg wieder

Hebt sie das linke

Füßchen und flinke

Tritt sie ihn auf und nieder.

 

Wie strahlet, wie blitzet ihr Auge dazu!

Es stähl' einem Engel im Himmel die Ruh'!

Auf der lächelnden Lippen Grunde

Glänzen und gleißen

Schneehell die weißen

Zähnchen ihr aus dem Munde.

 

Es rollen die Locken ihr über's Gesicht,

Wie blinket und züngelt ihr goldenes Licht!

Das sind ja die funkelnden Schlangen,

Die mit den Ringen,

Die mit den Schlingen

Zauberisch mich gefangen.

 

Was beugt sich, was lächelt, was strahlet und blitzt,

Was klopfet, was hämmert, was glühet und spitzt

Die Geheimnißvolle, die Arge?

Große und kleine,

Grobe und feine

Nägel zu meinem Sarge.


Das Gedicht "Die Nagelschmiedin" stammt von   (1807 - 1887).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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