Da steht er wieder, ernst und hoch und kahl!

Ein weißes Tuch umhüllet sein Gelände,

Der Wintersonne später, bleicher Strahl

Fällt auf die weichgeschwungnen Bergeswände.

 

Vom Westen kommt dieß geisterhafte Licht,

Weiß wie der Schnee, auf dem es wiederstrahlet;

Doch schau', wie sich das Weiß in's Rothe bricht!

Abhang und Gipfel scheint in Blut gemalet.

 

Ein Himmelszeichen! Heilig Opferblut

Krönt fernher scheinend deinen Scheitel wieder!

Ein Kaisermantel wallt in Purpurglut

Auf's Neue dir um deine Heldenglieder.

 

O herzdurchschauernd Bild! Ich glaub' es kaum!

Mein Auge thaut, ja fließet nur, ihr Thränen!

Ich darf's erleben! Wahrheit wird der Traum

Der Jünglingsseele, wird mein frühes Sehnen!

 

Nein, du mein deutsches Volk, du träumst nicht mehr

Von alter Herrlichkeit in kahler Blöße;

Wie kleidet er dich traurig schön und hehr,

Der blut'ge Festschmuck deiner neuen Größe!


Das Gedicht "Der Hohenstaufen" stammt von   (1807 - 1887).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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