Wenn rohe Kräfte feindlich sich entzweien,

Und blinde Wut die Kriegesflamme schürt;

Wenn sich im Kampfe tobender Parteien

Die Stimme der Gerechtigkeit verliert;

Wenn alle Laster schamlos sich befreien,

Wenn freche Willkür an das Heil′ge rührt,

Den Anker löst, an dem die Staaten hängen:

- Da ist kein Stoff zu freudigen Gesängen.

 

Doch wenn ein Volk, das fromm die Herden weidet,

Sich selbst genug, nicht fremden Guts begehrt,

Den Zwang abwirft, den es unwürdig leidet,

Doch selbst im Zorn die Menschlichkeit noch ehrt,

Im Glücke selbst, im Siege sich bescheidet:

- Das ist unsterblich und des Liedes wert.

Und solch ein Bild darf ich dir freudig zeigen,

Du kennst′s, denn alles Große ist dein eigen.


Das Gedicht "Wilhelm Tell" stammt von   (1759 - 1805).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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