So sterben,

wie ich ihn einst sterben sah -,

den Freund, der Blitze und Blicke

göttlich in meine dunkle Jugend warf:

- mutwillig und tief,

in der Schlacht ein Tänzer -,

 

unter Kriegern der Heiterste,

unter Siegern der Schwerste,

auf seinem Schicksal ein Schicksal stehend,

hart, nachdenklich, vordenklich -:

 

erzitternd darob, dass er siegte,

jauchzend darüber, daß er sterbend siegte -:

 

befehlend, indem er starb,

- und er befahl, dass man vernichte...

 

So sterben,

wie ich ihn einst sterben sah:

siegend, vernichtend...


Das Gedicht "Letzter Wille" stammt von (* 1844-10-15, † 1900-08-25).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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