1783.
Lieblicher Knab′, ich wiege
Singend dich ein in Schlummer,
Knabe, lächle noch einmal!
Eh du die Äuglein schließest,
Eh du die Händchen streckest,
Knabe, lächle noch einmal!
Trug ich dich nicht neun Monde
Unter gedrücktem Herzen?
Knabe, lächle noch einmal!
Und da der Storch dich brachte,
Biß er nicht deine Mutter?
Knabe, lächle noch einmal!
Säug′ ich dich nicht an meinem
Klopfenden Mutterherzen?
Knabe, lächle noch einmal!
Wenn du der Mutter lächelst,
Wird dich der Vater lieben,
Knabe, lächle noch einmal!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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