Du stiller Ort, der grünt mit jungem Grase,

Da liegen Mann und Frau, und Kreuze stehn,

Wohin hinaus geleitet Freunde gehn,

Wo Fenster sind glänzend mit hellem Glase.

 

Wenn glänzt an dir des Himmels hohe Leuchte

Des Mittags, wann der Frühling dort oft weilt,

Wenn geistige Wolke dort, die graue, feuchte,

Wenn sanft der Tag vorbei mit Schönheit eilt!

 

Wie still ist′s nicht an jener grauen Mauer,

Wo drüber her ein Baum mit Früchten hängt;

Mit schwarzen tauigen, und Laub voll Trauer,

Die Früchte aber sind sehr schön gedrängt.

 

Dort in der Kirch ist eine dunkle Stille

Und der Altar ist auch in dieser Nacht geringe,

Noch sind darin einige schöne Dinge,

Im Sommer aber singt auf Feldern manche Grille.

 

Wenn einer dort Reden des Pfarrherrn hört,

Indes die Schar der Freunde steht daneben,

Die mit dem Toten sind, welch eignes Leben

Und welcher Geist, und fromm sein ungestört.


Das Gedicht "Der Kirchhof" stammt von   (1770 - 1843).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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