An meine Freunde.
In dieser dunklen Stunde
Der rings ergossnen Nacht
Hab′ ich bei euch die Runde
Zu Gruß und Kuß gemacht.
In eines jeden Hause
Sprach ich getreulich vor,
Bis in des letzten Klause
Mein Geist sich ganz verlor.
Nun seid ihr längst versunken
In Schlaf und tiefen Traum,
Und schwingt euch ahnungstrunken
Hoch über Zeit und Raum.
Leicht glaubt ihr zu erstreben,
Was nie die Erde bot,
Und habt so doppelt Leben
Für einen halben Tod.
Ich aber habe leise
Der Pforte mich genaht,
Die in die ew′gen Kreise
Euch aufgetan den Pfad,
Und all die stumme Trauer,
Die mir das Herz noch schwellt,
Umschwebt als letzter Schauer
Euch kalt aus dieser Welt.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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