Ich schritt vorbei an manchem Baum

Im Spiel der Morgenwinde,

Ich schwankte hin in wachem Traum

Und sah nicht, wie der Blinde.

 

Doch plötzlich fuhr ich auf im Traum

Und rief: »O Gott, wie linde!«

Ich fand mich unterm Lindenbaum,

Er hauchte Duft im Winde.

 

Ich aber sprach: »Du süßer Baum,

Dich grüßt wohl auch der Blinde,

Der deinen Namen selbst im Traum

Noch nie gehört, als Linde.«


Das Gedicht "Linde" stammt von   (1813 - 1863).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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