Das letzte Glas! Wer mag es denken!

Und dennoch muß ein letztes sein!

Mich drängt′s, es hastig einzuschenken,

Fällt auch die Träne mit hinein.

Stoß an! Du stießest gar zu heftig!

In tausend Scherben liegt das Glas.

Ein neues bringt mir schon geschäftig

Der Kellner; nochmals füll ich das.

 

Das letzte Glas! Wer mag es schauen!

Und dennoch muß ein letztes sein!

Du ziehst nun bald in ferne Gauen:

Denkst du im fremden Land noch mein?

Stoß an! Ich zittre gar zu heftig!

In tausend Scherben liegt das Glas.

Ein neues bringt mir schon geschäftig

Der Kellner; nochmals füll ich das.

 

Das letzte Glas! Wer mag es trinken!

Und dennoch muß ein letztes sein!

Dir werden neue Freunde winken,

Ich aber bleib hier ganz allein!

Stoß an! Zu Boden werf ich′s heftig!

Warum schon jetzt das letzte Glas!

Ein neues bringt mir schon geschäftig

Der Kellner; nochmals füll ich das.

 

Das letzte Glas! Wir lassen′s stehen!

Versiegle und verschließ den Wein!

Wenn wir dereinst uns wieder sehen,

So soll es unser erstes sein!

Komm, an den Mund preß ich dich heftig,

Als wärst du selbst mein letztes Glas!

Was wir uns sind, das fühl ich kräftig,

Jetzt geh mit Gott! Wir bleiben das!


Das Gedicht "Das letzte Glas" stammt von   (1813 - 1863).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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