Ich dachte dein, als ich die Herrlichkeiten

Der Steiermark vom Berg herab erblickte

Und im Empfindungswirbel fast erstickte,

Weil mir die Kraft gebrach, ihn abzuleiten.

 

Denn wer, wie du, in nebelhafte Weiten

Den Künstlerblick so oft schon siegreich schickte

Und sicher war, daß keine ihn verstrickte,

Vermag auch dort mit der Natur zu streiten.

 

Zwar werde ich dir nie die Hand mißgönnen,

Doch könnt′ ich dir das Auge fast beneiden,

Vor dem des Chaos Formen nicht bestehen.

 

Ich möchte Bilder schaun, nicht machen können,

Und bloß, um nichts vom Häßlichen zu leiden,

Denn niemals hat′s der Maler noch gesehen.


Das Gedicht "An meinen Freund Gurlitt" stammt von   (1813 - 1863).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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