Halb aus dem Schlummer erwacht,

Den ich traumlos getrunken,

Ach, wie war ich versunken

In die unendliche Nacht!

 

Tiefes Verdämmern des Seins,

Denkend nichts, noch empfindend!

Nichtig mir selber entschwindend,

Schatte mit Schatten zu eins!

 

Da beschlich′s mich so bang,

Ob auch, den Bruder verdrängend,

Geist mir und Sinne verengend,

Listig der Tod mich umschlang.

 

Schaudernd dacht′ ich′s, und fuhr

Auf, und schloß mich ans Leben,

Drängte in glühndem Erheben

Kühn mich an Gott und Natur.

 

Siehe, da hab ich gelebt:

Was sonst, zu Tropfen zerflossen,

Langsam und karg sich ergossen,

Hat mich auf einmal durchbebt.

 

Oft noch berühre du mich,

Tod, wenn ich in mir zerrinne,

Bis ich mich wieder gewinne

Durch den Gedanken an dich!


Das Gedicht "An den Tod" stammt von   (1813 - 1863).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte des Autors:



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte