Musa, Venus, Charis schauet,

Wie Amœna Staffeln bauet,

Auffzusteigen euren Thron.

Gebt ihr Raum zur rechten Seite;

Schaffet, daß man ihr bereite

Eine frische Lorber-Kron′.

Phöbus lehnt ihr seinen Wagen,

Ihren Ruhm herumb zu tragen

Durch das blaue Sternen-Feld.

Hermes soll die Flügel fassen,

Daß sie sei, verkünden lassen,

Zu dem ewig-seyn gesellt.

Billich! denn so hohe Sinnen

Müssen andren Dank gewinnen,

Als ein kriechend Erde-Geist,

Den man aus dem eignen nennen

Dennoch nicht mag recht erkennen,

Weil er andres ist als heist.

Sinnen, die vom Himmel kommen,

Werden billich aufgenommen

In das reine Himmel-klar,

Da der schwartzen Erde Schatten

Glantz und Flammen ihrer Thaten

Nimmermehr vertunkeln thar.


Der Text des Gedichts "Über die Schäferey Amœna eines ungenannten Freundes" stammt von (* 1605-01-00, † 1655-07-24).




Weitere gute Gedichte von Friedrich Freiherr von Logau zum Lesen.



Zur Startseite: Gedichte