Musa, Venus, Charis schauet,

Wie Amœna Staffeln bauet,

Auffzusteigen euren Thron.

Gebt ihr Raum zur rechten Seite;

Schaffet, daß man ihr bereite

Eine frische Lorber-Kron′.

Phöbus lehnt ihr seinen Wagen,

Ihren Ruhm herumb zu tragen

Durch das blaue Sternen-Feld.

Hermes soll die Flügel fassen,

Daß sie sei, verkünden lassen,

Zu dem ewig-seyn gesellt.

Billich! denn so hohe Sinnen

Müssen andren Dank gewinnen,

Als ein kriechend Erde-Geist,

Den man aus dem eignen nennen

Dennoch nicht mag recht erkennen,

Weil er andres ist als heist.

Sinnen, die vom Himmel kommen,

Werden billich aufgenommen

In das reine Himmel-klar,

Da der schwartzen Erde Schatten

Glantz und Flammen ihrer Thaten

Nimmermehr vertunkeln thar.


Das Gedicht "Über die Schäferey Amœna eines ungenannten Freundes" stammt von   (1604 - 1655).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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