F rey.

R edlich.

E hrlich.

U nverdrossen.

N amhafft.

D emütig.

 

Ein Freund, der Freund seyn soll, soll seyn zugleiche frey,

Daß sagen er dir darff, was dir zu sagen sey.

Ein Freund, der Freund seyn soll, der soll dich redlich meinen;

Soll innen seyn nicht so und so von aussen scheinen.

Ein Freund, der Freund seyn soll, soll ehrlich seyn für sich,

Damit er nicht zugleich beschäme sich und dich.

Ein Freund, der Freund seyn soll, der soll seyn unverdrussen,

Daß du habst seiner so, wie deiner selbst genussen.

Ein Freund, der Freund seyn soll, soll namhafft gleichwol seyn;

Dann deines Freundes Ruhm hilfft deinem Namen ein.

Ein Freund, der Freund seyn soll, der soll der Demut pflegen

Und deinen Pfennig dir so hoch wie seinen legen.

Wer solchen Freund bekümmt, hat keinen schlechten Freund;

Er wird nicht viel gehabt; er wird nur offt vermeint.

 

(Aus: Sinngedichte)


Das Gedicht "Kennzeichen eines rechten Freundes" stammt von   (1604 - 1655).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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