Ich komm im Sommerwald daher

Und lausche seinem Weben –

Kein menschlich Schreiten trägt mich mehr,

Ein Wallen ist’s und Schweben.

 

Ich blicke nieder zur Blume ins Kraut,

Blick auf zur Sonn in die Höhe –

Wie aus dem Kleinen das Große sich baut:

Geheiligt ist, was ich sehe!

 

Klar wird’s in mir und seherhell –

Wie meine Sinne lauschen,

Klingt in mich ein, was leis der Quell,

Was Gräser und Bäume rauschen,

 

Hör ich das kreisende Blut der Natur

Durch Erden und Welten wallen,

Hör ich durch alle Kreatur

Den e i n e n Herzschlag hallen.


Das Gedicht "Sommer" stammt von   (1856 - 1923).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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