Verlassene Geliebte, schwergekränkte,

Noch einmal gib mir freundlich Deine Hand,

Die mir Dein großes Herz in Tagen schenkte,

Wo Du noch viel zu wenig mich gekannt.

 

Ein heißes Lieben und ein heißes Leiden

Hat unser beider Herzen durchgewühlt,

Sekundenlanges Finden, bittres Scheiden,

Und Reue dann, von Starrsinn unterkühlt.

 

Erschienen bist Du mir in stillen Stunden,

Wo klar und ruhig floss mein wildes Blut;

Ich wähnte damals, dass ich heimgefunden,

Und Alles, Alles sei nun endlich gut.

 

Dir aber ist ein böses Wort entglitten,

Ein ungewolltes, doch ein böses Wort;

Umsonst war Deiner Augen scheues Bitten,

Es peitschte mich aus Deinem Bannkreis fort.

 

Zerschmettert fallen traulich enge Schranken,

In trunknem Toben geht es abgrundwärts;

Wie tolle Rosse rasen die Gedanken

Und sie zerstampfen Dir und mir das Herz...


Das Gedicht "Letztes Finden" stammt von   (1870 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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