Bleiweiß die Fläche, Wolken-überflaggt,

darein zwei Segel schwarze Furchen graben.

Zwei Uferbäume ragen hochgezackt,

die frühes Traumgrün auf den Zweigen haben.

 

Zwei Hunde keuchen übers Ufergras

und wollen eine heiße Stunde jagen.

Zwei Schüler kommen, schlank und bücherblaß,

die scheue Liebe wie zwei Leuchter tragen.

 

Ein junger Dichter wacht auf einer Bank

und spricht, die Hände um sein Knie gefaltet:

“Wie sind die Dinge heute sehnsuchtskrank!”

 

Und als er aufblickt, hat sich neu gestaltet

die Welt und ist erschütternd tränenblank.

“Was” ruft er “hat mein Herz denn so zerspaltet!”


Das Gedicht "März-Nachmittag" stammt von   (1890 - 1914).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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