In gelben Buchten sogen wir der Fernen

Verspülte Lüfte, die von Städten wissen,

Wo Lüste grünen, angerührt von Wahnsinn.

Wir schwammen auf dem Fieberschiff stromauf

Und sonnten unsre Leiber an dem Buhlen

Waldheißer Panther, die der Sommer quält.

Der Klapperschlange nacktes Schlammgeringel

Wand sich verstört, als wir vorüberkamen,

Und in verschlafnen Dörfern gurgelte die Lust.

Ein warmer, satter Wind strich durch die Palmen. -

 

Ich sah dich weiß von Schlaf.

Und als ich von dir ebbte, hoch erhoben

Von meinem stolzen, satt gestürmten Blut:

O Sturm der Nächte, der mich Blut-wärts zog

Zu kühnen, die entdeckten Ländergürteln:

O schwül Geliebte! Strom der Geheimnisse!

Verschlafenes Land! Im Süden! O Sommer-Qual!


Das Gedicht "In gelben Buchten" stammt von (* 1890-01-06, † 1914-09-26).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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