Im Abend sind wir steile
grünbebuschte Dünenwege hingeschritten.
Du ruhst an mich gedrängt.
Die Kreideklippe schwingt ihr schimmerndes Gefieder
über tiefem Meere.
Hier, wo der Fels
in jäher Todesgier ins Leere
Hinüberlehnt, sind einst zwei Liebende
ins weiche blaue Bett geglitten.
Fern tönt die Brandung.
Zwischen Küssen lausch ich der Legende,
Die lachend mir dein Mund
in den erglühten Sommerabend spricht.
Doch tief mich beugend
seh′ ich wie im Glück erstarren dein Gesicht
Und dumpfe Schwermut
hinter deinen Wimpern warten und das nahe Ende.
Das Gedicht "Lover′s Seat" stammt von Ernst Stadler (1883 - 1914).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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