Wenn in den Gewölben abendlich die blauen Kugelschalen

 

Aufdämmern, glänzt ihr Licht in die Nacht hinüber gleich dem Feuer von Signalen.

 

Wie Lichtoasen ruhen in der stählernen Hut die geschwungenen Hallen

 

Und warten. Und dann sind sie mit einem Mal von Abenteuer überfallen,

 

Und alle erzne Kraft ist in ihren riesigen Leib verstaut,

 

Und der wilde Atem der Maschine, die wie ein Tier auf der Flucht stille steht und um sich schaut,

 

Und es ist, als ob sich das Schicksal vieler hundert Menschen in ihr erzitterndes Bett ergossenhätte,

 

Und die Luft ist kriegerisch erfüllt von den Balladen südlicher Meere und grünerKüsten und der großen Städte.

 

Und dann zieht das Wunder weiter. Und schon ist wieder

 

Stille und Licht wie ein Sternhimmel aufgegangen,

 

Aber noch lange halten die aufgeschreckten Wände, wie Muscheln Meergetön, dieverklingende Musik eines wilden Abenteuers gefangen.


Das Gedicht "Bahnhöfe" stammt von   (1883 - 1914).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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