Der Abend läuft den lauen Fluß hinunter,

Gewittersonne übersprengt die Ufersenkung bunter.

Es hat geregnet. Alle Blätter dampfen Feuchte.

Die Weidenwildnis streckt mit hellen Tümpeln sich ins witternde Geleuchte.

Weiße Nebel sich ins Abendglänzen schwingen.

Unterm seichten Fließen dumpf und schrill die mitgezognen Kiesel klingen.

Die Pappeln stehn im Licht, traumgroße Kerzen dick mit gelbem Honigseimbeträuft –

Mir ist, als ob mein tiefstes Glück durch grüne Ufer in den brennenden Gewitterabendläuft.


Das Gedicht "Fluß im Abend" stammt von   (1883 - 1914).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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