Da sich mein Leib in jener Gärten Zaubergrund verirrte,

Wo blauer Schierling zwischen Stauden dunkler Tollkirschblüten stand,

Was hilft es, daß ein später Tagesschein den Knäuel bunter Fieberträume mirentwirrte,

Und durch das Frösteln grauer Morgendämmerungen sich mein Fuß den Ausweg fand?

 

Von jener Nächte frevelvollen Seligkeiten

Gärt noch mein Blut so wie mit fremdem Fiebersaft beschwert

Und aus dem Schwall der Stunden, die wie hingejagte Wolken mir entgleiten,

Bleibt tief mein Traum wie über blaue Heimatseen in sich selbst gekehrt.

 

Um meines Lebens ungewisse Schalen neigen

Und drängen sich die Bilder, die aus Urwaldskelchen aufgeflogen sind,

Und meine Wünsche wollen, wilde Vogelschwärme, in die Tannenwipfel steigen,

Und meine Seele schreit, wehrlose Wetterharfe unterm Wind.


Das Gedicht "Der Flüchtling" stammt von   (1883 - 1914).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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