Was ist Liebe? Eine zarte Blume,
Die zerflattert, wenn die Hand sie pflückt,
Eine Göttin, die im Heiligtume
Nur durch Anschaun Sterbliche beglückt,
Eine Biene, die mit leichtem Wallen
Wenig Stunden um die Kelche summt,
Eine Melodie der Nachtigallen,
Die nach kurzem Lenz verstummt.
Was ist Freundschaft, was ist Seelengüte,
Was der Herzen süße Sympathie?
Ach! aus bessern Welten eine Blüte,
In der Erden Lüften reift sie nie.
Was ist Tugend? in dem Lumpenkittel
Predigt sie: ein Nichts ist Ruhm und Gold!
Was ist Wahrheit? in dem Narrenspittel
Reicht man ihr den Gnadensold.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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