Und die Sonne machte den weiten Ritt

Um die Welt,

Und die Sternlein sprachen: "Wir reisen mit

Um die Welt";

Und die Sonne, sie schalt sie: "Ihr bleibt zu Haus!

Den ich brenn euch die goldnen Äuglein aus

Bei dem feurigen Ritt um die Welt."

 

Und die Sternlein gingen zum lieben Mond

In der Nacht,

Und sie sprachen: "Du, der auf Wolken trohnt

In der Nacht,

Laß uns wandeln mit dir, denn dein milder Schein,

Er verbrennet uns nimmer die Äugelein."

Und er nahm sie, Gesellen der Nacht.

 

Nun willkommen, Sternlein und lieber Mond,

In der Nacht!

Ihr versteht, was still in dem Herzen wohnt

In der Nacht.

Kommt und zündet die himmlischen Lichter an,

Daß ich lustig mit schwärmen und spielen kann

In den freundlichen Spielen der Nacht.


Das Gedicht "Ballade" stammt von   (1769 - 1860).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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