War einmal ein Revoluzzer,

im Zivilstand Lampenputzer;

ging im Revoluzzerschritt

mit den Revoluzzern mit.

 

Und er schrie: "Ich revolüzze!"

Und die Revoluzzermütze

schob er auf das linke Ohr,

kam sich höchst gefährlich vor.

 

Doch die Revoluzzer schritten

mitten in der Strassen Mitten,

wo er sonsten unverdrutzt

alle Gaslaternen putzt.

 

Sie vom Boden zu entfernen

rupfte man die Gaslaternen

aus dem Strassenpflaster aus,

zwecks des Barrikadenbaus.

 

Aber unser Revoluzzer

schrie: "Ich bin der Lampenputzer

dieses guten Leuchtelichts.

Bitte, bitte, tut ihm nichts!

 

Wenn wir ihn′ das Licht ausdrehen,

kann kein Bürger nichts mehr sehen.

Lasst die Lampen stehn, ich bitt! -

Denn sonst spiel ich nicht mehr mit."

 

Doch die Revoluzzer lachten,

und die Gaslaternen krachten,

und der Lampenputzer schlich

fort und weinte bitterlich.

 

Dann ist er zu Haus geblieben

und hat dort ein Buch geschrieben:

nämlich, wie man revoluzzt

und dabei doch Lampen putzt.


Das Gedicht "Der Revoluzzer " stammt von (* 1878-04-06, † 1934-07-10).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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