Mein Herz ist schwer, mein Auge wacht,
Der Wind fährt seufzend durch die Nacht;
Die Wipfel rauschen weit und breit,
Sie rauschen von vergangner Zeit.
Sie rauschen von vergangner Zeit,
Von großen Glück und Herzeleid,
Vom Schloß und von der Jungfrau drin -
Wo ist das alles, alles hin?
Wo ist das alles, alles hin,
Leid, Lieb′ und Lust und Jugendsinn?
Der Wind fährt seufzend durch die Nacht,
Mein Herz ist schwer, mein Auge wacht.
Das Gedicht "Mein Herz ist schwer" stammt von Emanuel Geibel (* 1815-10-17, † 1884-04-06).
Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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