So ist die Lieb′! So ist die Lieb′!

Mit Küssen nicht zu stillen!

Wer ist der Tor und will ein Sieb

Mit eitel Wasser füllen?

Und schöpfst du an die tausend Jahr′

Und küssest ewig, ewig gar,

Du tust ihr nie zu Willen.

 

Die Lieb′, die Lieb′ hat alle Stund′

Neu wunderlich Gelüsten:

Wir bissen uns die Lippen wund,

Da wir uns heute küßten.

Das Mädchen hielt in guter Ruh′,

Wie′s Lämmlein unterm Messer,

Ihr Auge bat: Nur immer zu!

Je weher, desto besser!

 

So ist die Lieb′! und war auch so,

Wie lang′ es Liebe gibt,

Und anders war Herr Salomo,

Der Weise, nicht verliebt.


Das Gedicht "Nimmersatte Liebe" stammt von   (1804 - 1875).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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